PRESSE

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ausstellung-tempus-ritualis-in-berlin-ueber-die-krise-in-griechenland-a-999515.html

 

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Der Tagesspiegel zur
POSITION Berlin

 

 

 

PUBLIKATIONEN

2016
-Halfway, Christine Schulz, Reinhard Buskies (Hrsg.), Kunstverein Bochum, Berlin, 2016

2014
- INPUT/OUTPUT, Worpsweder Museumsverband, 2014

2013
- California Calling, Kunstverein Búchholz und Bräuning Contemporary, Hamburg

2013
- Parkhaus, Karl-Heinz Rummeny (Hrsg.), Düsseldorf 2013
- Vom Hier und Jetzt - 86. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover, Hannover 2013
- Schauplatz Stadt, Kunstmuseum Mülheim/ Ruhr, 2013
- Blowin'free, Reinhard Buskies im Rahmen der Emscherkunst.2013

2012
- Wildes Denken, Michael Stoeber, in: Salon Salder, Salzgitter 2012
- VENTOUX, Christine Schulz, Reinhard Buskies (Hrsg.), Kunstverein Bochum, Berlin 2012
- INTERFERENCE, Schaduwspel, Stichting Idee-fixe, Paul Hagenaars (Hrsg.), Breda 2012

2011
- auto.MOBIL, Tely Büchner und Susanne Knorr / Erfurter Kunstverein, Erfurt 2011
- Kunst baut Stadt, Christine Nippe, Berlin 2011
- Der offene Garten, Meike Behm, Bernhard Jansen, Veronika Olbrich, Gudrun Thiessen  Schneider (Hrsg.), Hannover 2011
- Kunstfrühling 2011, BBK Bremen (Hrsg.) Bremen 2011

2010
- >> fast forward 2, The Power of Motion - Christine Schulz, UB, Media Art Sammlung Goetz, ZKM, Karlsruhe / Ingvild Goetz und Stephan Urbaschek (Hrsg.), Ostfildern 2010
- Leinen los - 85. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover, Hannover 2010

2009
- Everything than passes between us, kuratiert von Christine Nippe, Heft zur Ausstellung, Kölnischer Kunstverein, 2009
- Zur Arbeit von Christine Schulz, Susanne Wedewer-Pampus, Leverkusen 2009
- Wandelbarkeit als Moment der Zeit festhalten. Christine Schulz' Papierarbeiten und Fotografien, Christine Nippe, Berlin 2009
- Parcours, Annett Reckert, Berlin 2009
- Imperium, Galeria Hilario Galguera, Spinnerei, Leipzig, 2009

2008
- Nordlichter - 84. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover, Hannover 2008

2007
- no Limits, Christine Nippe, Revolver, Archiv für aktuelle Kunst, Frankfurt am Main 2007
- Impressionen, Paris-Berlin, KunstBüroBerlin, Hachmannedition, Bremen 2007
- Placemakers, Christine Nippe, Berlin 2007
- 24. Kasseler DokFest, Beate Anspach zu ALERT, 2007

2006
- Christine Schulz, ALERT, in: Up 2 date, IDFX, Electron, Breda 2006
- Heimspiel, 83. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Casino, Harriet Häußler, Kunstverein Hannover, 2006
- Nordenfjords 2006, Berlin - Nordjylland, 2006
- Spielwelt, Spiele der Welt - Welt aus Spielen, Aeneas Bastian, 2006

2004
- Panorama, 82. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Welle, Christine Schulz, Kunstverein Hannover, 2004
- Weltrennen, Sonja Parzefall, auf: CD-Rom, 2004
- Yellow Pages, Marienkäfer, Christine Schulz, 2004

2003
- Christine Schulz, Spielwelt, Flug, in: Die Sehnsucht des Kartografen, Kunstverein Hannover, 2003
- Carina Herring, Die Stadt: Ein Spielsalon, Essay zu Christine Schulz' Spielwelt, in: Licht an - Licht aus, Meisterschülerzeitung HBK Braunschweig, 2003

2002
- John Armleder, Lost in the City, in: Ein Treppenhaus für die Kunst, Christine Schulz, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, 2002
- Stephan Berg,  Einführungsrede zum 25. Juni, in:  Ein Treppenhaus für die Kunst Nr. 7, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, 2002
- Christine Schulz, Perspektiven, 81. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover, 2002
- Daniel Spanke, Abflughalle International Airport WHV, Flug, CD-Rom, 2002, Kunsthalle Wilhelmshaven, 2002
- Christine Schulz, in: Klasse Virnich im BIS, Mönchengladbach, 2002
- Christine Schulz, in: beep - beep II, 404, 2002

2001
- Christine Schulz, NORDWESTKUNST, Preisträgerausstellung 2001, Kunsthalle Wilhelmshaven, 2001

2000
- Christine Schulz, in: beep - beep, 404, Uwe Schwarzer, 2000
- Christine Schulz, in: Filmklasse der HBK, Birgit Hein, 2000



TEXTE

Till Bräuning, 2014
Fotografie und Schönheit im Werk der Christine Schulz


Michael Stoeber, 2012
Wildes Denken
Zum Werk von Christine Schulz


Reinhard Buskies, 2012
Bergtouren in medialen Landschaften

Veronika Olbrich, 2011
Von der Sehnsucht nach Schutz und Freiheit


Stefanie Manthey, 2010
Zu der Installation UB/ Christine Schulz in dem Katalog >>fast forward 2

Susanne Wederwer Pampus, 2009 
Zur Arbeit von Christine Schulz

Christine Nippe, 2009
Wandelbarkeit als Moment der Zeit festhalten. 
Christine Schulz' Papierarbeiten und Fotografien


Annett Reckert, 2009
Parcours
 
Aeneas Bastian, 2007
Christine Schulz. No limits

Christine Nippe, 2007
Flüchtige Bildräume - die Kunst von Christine Schulz

Aeneas Bastian, 2007
Schönheit vor dem Untergang. Christine Schulz' Bilder von der Beschleunigung der Welt

Harriet Häussler, 2006
Casino von Christine Schulz

Beate Anspach, 2006
ALERT

Aeneas Bastian, 2005
Spiele der Welt, Welt aus Spielen

Sonja Parzefall, 2004
Christine Schulz Weltrennen

Carina Herring, 2003
die stadt: ein spielsalon

John Armleder,  2002
Lost in the City

Stephan Berg, 2002
Kunst im Treppenhaus Nr. 7

Daniel Spanke, 2002
Abflughalle International Airport WHV
Zur Installation Flug von Christine Schulz in der Kunsthalle Wilhelmshaven


Fotografie und Schönheit im Werk der Christine Schulz


Zu den - eventuell sogar konstitutiven, aber darüber ließe sich diskutieren - Eigenschaften aktueller Kunst gehört, sich der Einordnung in die Kategorien klassischer Medien wie Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Installation, Video usw. zu entziehen. Oeuvres definieren sich thematisch, inhaltlich oder ästhetisch. In welchem Medium der Künstler sie entwickelt, ergibt sich aus dem konkreten Werk, wechselt zwischen oder überschreitet die klassischen Grenzlinien. Dies gilt auch für Christine Schulz, deren Arbeit Installation mit Fotografie, Videokunst, Lichtprojektionen, Klang und Einflüssen aus den sogenannten Neuen Medien verbindet.

Und doch lohnt sich von Zeit zu Zeit der beschränkte Blick, den die klassischen Definitionen einem nahelegen. Denn auch wenn Mediengrenzen heute dazu da zu sein scheinen, überwunden zu werden, so hat doch jedes Medium eben seine Traditionen und Konventionen, seine besonderen Möglichkeiten und Stärken. Künstler weisen einem Medium innerhalb ihres Werkes daher häufig eine besondere Funktion zu. Dieser auf den Grund zu gehen, ist reizvoll und erhellend. Bei Christine Schulz gilt das nicht zuletzt für ihre Fotografie. Wie eigenständig ist ihr fotografisches Werk, wie bedeutsam im Kontext ihrer Gesamtarbeit, wie und wofür nutzt sie es?

Auch wenn die Fotografie bei Schulz in ihrem Entstehungsprozess aus installativen Arbeiten gewissermaßen hervorgeht, hat sie doch einen eigenständigen Charakter und bedarf des installativen Kontextes nicht zu ihrem Verständnis. Daher halte ich es für richtig, einen besonderen Blick auf diese Fotografien als eigenen Werkkomplex zu werfen. In diesem Sinne ist die Künstlerin Christine Schulz auch eine "Fotografin". Da sind zunächst einmal die Quellen, aus denen ihre fotografische Arbeit schöpft. Sehr charakteristisch setzt sie sich zusammen aus eigenen Fotografien, fremder Footage und kollagierten Arbeiten, letztere einmal als physikalische Kollagen (mit Klebeband) und auch als digitale Kollagen mit Mitteln moderner Bildbearbeitung. Dabei kommunizieren eigenes, fremdes und kollagiertes Material miteinander, ergänzen sich und beziehen sich aufeinander.

Schulz' Gesamtwerk weist eine dezidiert analytische Dimension auf. Es ist die abstrakte Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, insbesondere mit der Bedeutung von modernen Medien und ihrer Rezeption in diesem Kontext. Und ihre Kunst kennt eine emotional-ästhetische Dimension von Schönheit und Stimmung. Wer der Künstlerin, die sehr kurzweilig und mit Freude über ihre Arbeit sprechen kann, aufmerksam zuhört, erkennt in ihren installativen Anordnungen eher das intellektuelle Grundgerüst, während die Fotografie den "Mood" ihrer Arbeit, die Stimmung, die Farbwelten, ja ihren Begriff von "Schönheit" definiert. Freilich einen durch und durch subjektiven, nicht an den klassischen Ideen von Schönheit orientierten Begriff. Und die Fotografien nehmen - in diesem Sinne ganz dem ursprünglichen Begriff des Lichtbildes entsprechend - die Wirkung von Licht ins Visier, von Schatten, von Reflexion, Spiegelung und Überlagerung. Und auch wenn sie mit Letzterem nahtlos in das installative Oeuvre der Künstlerin hinüberführen, stehen sie damit selbstbewusst und für sich.

Die Bilderwelt der Fotografien spiegelt das Spannungsverhältnis von Individuum und Gesellschaft wieder, von nach innen gekehrter Betrachtung und medialer Inszenierung. Entsprechend bewegen sich Schulz' Lichtbilder zwischen stillen Momenten in der Naturfotografie (etwa einem Kaktus in der Wüste) und Ikonen der modernen Bilder- und Mediengesellschaft (wie etwa der Kollage der Golden Gate Bridge, zusammengesetzt aus einer eigenen Fotografie, einen Film-Still und einem Still eines Computerspiels). Selbstverständlich bereitet all dies in gewisser Weise das installative Werk vor, wird in ihm aufbereitet und fortgesetzt, um eine Klang- und eine Raumkomponente erweitert. Aber es ist auch für sich selbst aussagekräftig und definiert eine eigenständige reichhaltige Bilderwelt und Sprache, die charakteristisch ist für die Künstlerin Christine Schulz.

Selbstverständlich kann man ihre Fotografien als eine Zulieferarbeit für die installativen Projekte betrachten. Und sicher ist es so, dass die Installationen der Künstlerin, gerade weil sie einen starken analytische Aspekt in sich tragen, etwas hinzufügen zu der Kunst, das in den Fotografien noch nicht enthalten ist. Doch füglich kann man die Sache auch anders betrachten. Denn der thematische Kern des Werks um Begriffe wie Licht, Schönheit, innere Einkehr und mediale Inszenierung liegen bereits in den Fotografien und Fotokollagen klar zutage. Die installativen Arbeiten der Künstlerin sind dann auch so etwas wie analytisch-kuratorische Inszenierungsräume für ihre Fotografien.

Till Bräuning